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Aufladen und mitverdienen – Teil II

Aufladen und mitverdienen – Teil II

Wie Hoteliers von Elektromobilisten profitieren können

Im ersten Teil unseres Interviews mit Dr. Mark Steffen Walcher, Geschäftsführer der smartlab GmbH, berichteten wir vorrangig über die Voraussetzungen, die die Kunden mitbringen müssen, um ihr E-Auto aufladen zu können, sowie über die grundsätzlichen Standortbedingugen für E-Tankstellen-Betreiber.

In diesem zweiten Teil unseres Gesprächs wollen wir, die Gronowsky & Co. Hotelconsulting aus Berlin, den Fokus auf den Bezahl- und Abrechnungsprozess legen sowie über mögliche Fördermaßnahmen seitens der Bundesregierung berichten.

Gronowsky & Co.: Wie ist eine Ladestation technisch aufgebaut?

Dr. Mark Steffen Walcher: Es gibt unterschiedliche Typen von Ladesystemen: Sie unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Ladepunkte, die zur Verfügung stehenden Stecker-Typen und in der Ladeleistung. Die meisten Ladesysteme haben für jeden Ladepunkt einen RFID-Karten-Leser, zunächst verriegelte Stecker-Buchsen oder alternativ ein angeschlagenes Kabel sowie ein Display, in dem Handlungsanweisungen stehen und der Zählerstand abgelesen werden kann.

Gronowsky & Co.: Wie lange dauert ein Ladevorgang? Geht auch nur „halbvoll tanken“?

Dr. Mark Steffen Walcher: Der Ladevorgang an sich dauert zwischen wenigen Minuten und bis zu 12 Stunden. Das hängt natürlich davon ab, wie groß der Akku ist und wie hoch die sogenannte Ladeleistung ist. Im öffentlichen Straßenland werden derzeit eher Stationen mit großer Ladeleistung aufgestellt. Das muss man sich so vorstellen wie bei einem Wasserhahn: Je größer der Wasseranschluss beziehungsweise die Leitung ist, desto schneller ist die Wanne, sprich Akku, voll. Natürlich kann man diesen auch nur „halbvoll befüllen“.

Gronowsky & Co.: Welche rechtlichen Voraussetzung brauche ich, damit ich eine eigene E-Tankstelle anbieten kann? Und wie lange etwa schätzen Sie deren Umsetzung ein?

Dr. Mark Steffen Walcher: Die E-Tankstelle sollte erst im nächsten Jahr errichtet werden, da ab 2017 der Staat 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Besonders interessant ist dies, da zu den förderfähigen Ausgaben auch Erdarbeiten und Anschlusskosten zählen. Rechtliche Rahmenbedingungen sind insofern einzuhalten, als dass die Säule öffentlich zugänglich und diskriminierungsfrei sein muss. Ich denke, dass aufgrund der Höhe der Förderung von 50 Prozent mit einer sehr hohen Nachfrage zu rechnen sein wird, deshalb sollte die Überlegung, ob und wo eine Säule aufgebaut wird, schon möglichst bald abgeschlossen sein.

Gronowsky & Co.: Was bedeutet in diesem Kontext diskriminierungsfrei?

Dr. Mark Steffen Walcher: Diskriminierungsfrei bedeutet, dass möglichst viele Leute an einer Ladesäule „tanken“ können. Es beudetet nicht kostenfrei.
Darüber hinaus sollte ein interessierter Hotelier einen geeigneten Parkplatz auswählen und eine Stromanschlussmöglichkeit für die Ladestation haben. Die öffentliche Ladesäule sollte außerdem noch über einen guten Telefonempfang verfügen, da für die Onlineanbindung eine handelsübliche SIM-Karte eingesetzt wird.

Die IT befindet sich schon in der Ladesäule beziehungsweise wird durch einen Anschluss an eine Plattform wie ladenetz.de gewährleistet. Ab 2017 müssen alle neu errichteten, öffentlich zugänglichen Säulen an eine IT-Plattform, also Roaming-Plattform, angeschlossen werden.

STAWAG LadekarteGronowsky & Co.: Wie funktioniert der Bezahl- und Abrechnungs-Prozess zwischen dem Kunden, dem Hotelier und Ihnen?

Dr. Mark Steffen Walcher: Wenn sich der Hotelier eine Ladesäule ausgesucht hat und diese nächstes Jahr aufbaut, bekommt er aufgrund des Förderprogramms der Bundesregierung für den Aufbau von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur 50 Prozent der Kosten seitens des Bundes erstattet. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass diese Säule öffentlich zugänglich ist.

Wie bereits erwähnt, muss die Säule an eine Roaming-Plattform angeschlossen sein. Die Kosten verteilen sich auf Hardware-, Anschluss- und Vernetzungskosten für die Wallbox bzw. Ladesäule. Die Hardwarekosten liegen zwischen 1.000 und 7.000 Euro, je nach Ladeleistung und Größe. Hinzu kommen die stark variierenden Anschlusskosten, die zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro liegen können.

Neben diesen ,reinen Hardwarekosten' kommen die Vernetzungskosten hinzu. Diese fallen dagegen – zumindest bei ladenetz.de - sehr bescheiden aus.

Je Ladepunkt fallen lediglich 14 Euro pro Monat an. Ist die Säule bzw. Wallbox einmal angeschlossen, muss sich der Hotelier eigentlich um nichts mehr kümmern. Er bekommt eine Handvoll Karten und kann diese an der Rezeption, an Mitarbeiter oder Stammkunden ausgeben. Erst ab der elften Karte fallen monatliche Kosten in Höhe von 5 Euro pro Karte an.

Demgegenüber stehen aber die Erträge, die der Hotelier generiert: Wie er seine eigenen Kunden abrechnet, bleibt ihm freigestellt. Alle Fremden, die die Säule mit der Karte oder App eines anderen Anbieters öffnen, müssen dafür bezahlen. Die Erträge bekommt er einmal im Quartal oder monatlich von smartlab gutgeschrieben. Dazu werden ihm alle Tankvorgänge transparent dargestellt, ähnlich wie einer Telefonrechnung vor zehn Jahren.

Die smartlab GmbH verfügt über Verträge mit allen relevanten E-Mobility-Providern, wie beispielsweise mit allen namhaften Automobilhersteller aber auch mit anderen Energieversorgern wie EnBW, EWE, Vattenfall und natürlich den 75 Stadtwerken von ladenetz.de.

Auf diese Weise generiert der Hotelier automatisch Erträge, ohne sich selbst darum kümmern zu müssen. Verfügt er zusätzlich über das Produkt „ladepay“, kann er sogar durch Laden per Handy Erträge generieren.

Gronowsky & Co.: Wie viele E-Tankstellen werden Ihrer Meinung nach benötigt, um „sorgenfrei“ E-Auto fahren zu können?

Dr. Mark Steffen Walcher: Ich denke, dass deutschlandweit insgesamt rund 10.000 Ladesäulen aufgestellt sein müssen, damit sorgenfrei E-Auto gefahren werden kann. Dies wird voraussichtlich bereits in ein bis zwei Jahren erreicht sein. Aber mit den neuen hohen Reichweiten ist dieses Thema zukünftig ohnehin nicht mehr ganz so wichtig. Ausgenommen natürlich, wenn ich in den Urlaub fahre oder eine Geschäftsreise mache.

Gronowsky & Co.: Herzlichen Dank für dieses ausführliche Gespräch.

Dr. Mark Steffen Walcher

Dr. Mark Steffen Walcher

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Aufladen und mitverdienen – wie Hoteliers von Elektromobilisten profitieren können

Aufladen und mitverdienen – wie Hoteliers von Elektromobilisten profitieren können

Eine Million sollen es sein bis 2020, dabei sollen sie über eine Reichweite bis zu 500 Kilometer verfügen. Ehrgeizige Ziele, die sich die Große Koalition rund um das Thema Elektroautos gesetzt hat.

Anfang des Jahres, so hat Spiegel Online1 ermittelt, waren in Deutschland „tatsächlich aber [...] nur 25.502“ Elektroautos zugelassen.

Um diesen Absatz anzukurbeln, fördert die Große Koalition derzeit den Kauf sogenannter Stromer mit bis zu 4.000 Euro. Wer sich gerade in Gedanken mit dem Erwerb eines Elektroautos beschäftigt, kann sich zum einen auf den Seiten von utopia.de2 genau informieren, welche Automodelle wie hoch gefördert werden. Zum anderen werden sich diese Interessenten auch die Frage stellen, wo kann ich mein zukünftiges umweltfreundliches Auto betanken, also aufladen.

Auch wir, die Gronowsky & Co. Hotelconsulting aus Berlin, sahen uns mit dieser Frage konfrontiert, da viele Hoteliers an ihrer Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten. Wir wollten wissen, wie einfach, sprich umgänglich, ein Elektroauto in der Praxis ist. Dazu zählt auch der Punkt „Tanken“, in diesem Fall „Aufladen“.

Die Crowd gibt, wenn sie liebt

Die Crowd gibt, wenn sie liebt

Sie können sportlich, regional, nachhaltig oder auch kreativ sein. Sie werben mit Zinsen ab ca. 3 % und mehr oder anderen attraktiven Rewards. Auf jeden Fall sind sie eine Frage des Geschmacks und Gefallens – Projekte, die sich mittels Crowdfunding finanziert haben.

Dabei ist es ein Vorurteil, wenn man denkt, dass sich ausschließlich nur Start-up-Ideen durch das Geld der Crowd („Menschen“) realisieren lassen. Ein kürzlich erschienener Artikel in der AHGZ1) berichtete über das Hotel Ortnerhof in Tirol, das mit Hilfe von seinen Unterstützern seine Zimmer neu einrichten möchte. Als Fundingziel veranschlagt es 50.000 Euro. Da das Werben um private Investoren noch andauert, können sich interessierte Geldgeber hier näher informieren.

Doch wie funktioniert diese Art der Finanzierung genau? Kann das investierte Geld auch komplett verloren gehen? Und könnte Crowdfunding auch eine lohnenswerte Finanzierungsalternative für die Hotellerie sein? Wir, die Gronowsky & Co. Hotel Consulting aus Berlin, haben das Internet durchstöbert und sind auf folgende, wissenswerte Seiten gestoßen:

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