• IovaMihai

Die Crowd gibt, wenn sie liebt

- Finanzierungsmöglichkeiten mittels Crowdfunding

Die Crowd gibt, wenn sie liebt

Sie können sportlich, regional, nachhaltig oder auch kreativ sein. Sie werben mit Zinsen ab ca. 3 % und mehr oder anderen attraktiven Rewards. Auf jeden Fall sind sie eine Frage des Geschmacks und Gefallens – Projekte, die sich mittels Crowdfunding finanziert haben.

Dabei ist es ein Vorurteil, wenn man denkt, dass sich ausschließlich nur Start-up-Ideen durch das Geld der Crowd („Menschen“) realisieren lassen. Ein kürzlich erschienener Artikel in der AHGZ1) berichtete über das Hotel Ortnerhof in Tirol, das mit Hilfe von seinen Unterstützern seine Zimmer neu einrichten möchte. Als Fundingziel veranschlagt es 50.000 Euro. Da das Werben um private Investoren noch andauert, können sich interessierte Geldgeber hier näher informieren.

Doch wie funktioniert diese Art der Finanzierung genau? Kann das investierte Geld auch komplett verloren gehen? Und könnte Crowdfunding auch eine lohnenswerte Finanzierungsalternative für die Hotellerie sein? Wir, die Gronowsky & Co. Hotel Consulting aus Berlin, haben das Internet durchstöbert und sind auf folgende, wissenswerte Seiten gestoßen:

Was bedeutet Crowdfunding?

Crowdfunding ist eine Methode zur Geldbeschaffung. „Damit lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Eigenkapital oder dem Eigenkapital ähnlichen Mitteln, in Deutschland zumeist in Form von [Beteiligungs-]Darlehen oder stiller Beteiligungen, versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.“, so die Definition auf Wikipedia2).

Wer nun denkt, eine derartige Schwarmfinanzierung sei kinderleicht, hat sich geirrt. Zwar ist die Idee simpel, doch dahinter steckt mehr Arbeit in Darstellung und Marketing als sich auf Anhieb erkennen lässt.

Was ist wichtig beim Crowdfunding?

Die Handelskammer Hamburg3) hat diesbezüglich einen eigenen Blog aufgesetzt. Auch wenn dieser sich vorrangig an junge Unternehmer in spe wenden mag, die Tipps, die er bereit hält, gelten universell:
„Crowdanleger sind meist nicht nur finanziell, sondern auch „sozial“ motiviert. Sie möchten Projekte möglich machen, von denen sie überzeugt sind. Am erfolgversprechendsten sind daher innovative Geschäftsideen, die aus Sicht der (zukünftigen) Kunden einen Mehrwert bieten. [...] Interessante, neuartige und ,sympathische' Projekte haben eher das Potenzial, das Interesse der Crowd zu wecken. Im Idealfall begeistert das Projekt und schafft eine emotionale Bindung des potenziellen Unterstützers, sodass dieser Dein Projekt gerne weiterempfiehlt und so wiederum neue Unterstützer anzieht.“

Als zukünftiger Crowd-Funder sollte man demnach gut und viel Werbung in eigener Sache unternehmen können. Da sich diese Art der Geldbeschaffung ausschließlich im Internet abspielt, ist es wichtig, passendes Werbematerial zu produzieren: sprich ein aussagekräftiges Video mit sympathischem Initiator muss produziert, eingestellt und vertrieben werden.

Doch damit nicht genug. Die HK Hamburg weist vor allem auf die Kosten hin, die notwendig sind, um grundsätzlich eine Kampagne ins Leben rufen zu können: „Je nach [Crowdfunding-]Portal werden 3-10% der eingeworbenen Summe als Provision einbehalten. Zusätzlich müssen Kosten für die Erstellung eines Businessplans und die Präsentation des Vorhabens bei einer Plattform sowie evtl. für die Produktion eines Videos [...] eingeplant werden. Auch für die Durchführung der Crowdfunding-Kampagne beispielsweise durch Mailings – sollten Kosten eingeplant werden. Die Höhe dieser Kosten hängt stark von Deinen Möglichkeiten und Eigenleistungen ab.“

Demnach ist nicht nur die Unternehmensidee entscheidend und wie der Crowd-Funder seine Unterstützer findet, sondern er sollte sich vorab auch gut überlegen, auf welchem Portal er um Unterstützung bittet und wie die Art der Beteiligung aussehen soll.

Wie sieht die Beteiligung der Crowd im Einzelfall aus?

Das Hotel Ortnerhof beispielsweise lockt mit 5 % Zinsen sowie einer Gewinnbeteiligung. Eine Rückzahlung der Einlage kann ab dem vierten Jahr erfolgen.

Diese Form der Finanzierung vereint laut dem Informationsportal crowdfunding.de4) gleich zwei von vier Modellen miteinander: Crowdinvesting und -lending.

Crowdinvesting bedeutet, dass die Crowd am Projekterfolg finanziell beteiligt werde. Die Mikro-Investitionen hätten eigenkapitalähnlichen Charakter (aktuell laufen Crowdinvestments in Deutschland meist über nachrangige Darlehen).

Als Crowdlending bezeichnet man die Form der Schwarmfinanzierung, bei der die Unterstützer über eine feste Laufzeit einen Kredit zu einem vereinbarten Zins vergeben. Bei dem Crowdkredit handele es sich um Fremdkapital, das eine Alternative zum klassischen Bankkredit darstelle.

Darüber hinaus gebe es noch das klassische Crowdfunding. Hier erhielten die Geldgeber eine nicht-finanzielle Gegenleistung (Dankeschön). Oftmals sei dies eine Ausfertigung des Projektergebnis. Da es sich dann um eine Art Vorverkauf handele, sei diese Form des Crowdfunding als Test für das Marktpotential einer Idee geeignet.

Ähnlich verhält es sich beim Spenden Crowdfunding. Die Unterstützer erhielten keine Gegenleistung, teilweise gebe es ideelle Gegenleistungen wie z.B. eine öffentliche Danksagung. Die Online-Spendensammlung sei anlassbezogen und habe meist ein festes Finanzierungsziel (Alles-oder-Nichts Prinzip).

Welche Crowdfunding-Plattform ist die beste?

Nun ist noch zu klären, welches Portal sich für die Unternehmensidee am besten eignet. Denn nicht immer ist der Klassenprimus companisto.com die ideale Wahl. So kann über Erfolg oder Misserfolg auch die Entscheidung der Crowdfunding-Plattform ausschlaggebend sein.

Hier empfehlen wir ebenfalls die Seiten von crowdfunding.de, die höchst unterschiedliche Plattformen auflisten: Plattformen für regionale oder nachhaltige Projekte, oder für Ideen, die für die Bereiche Sport oder Spiele interessant sind oder die mittlere und große Investitionen bei Immobilien ermöglichen wollen.

Eine Plattform für die Finanzierung von Energieprojekten ist bettervest.com Wichtig hierbei ist, dass die vorgenommenen Energiespar-Maßnahmen nachweislich die Kosten senken und nachhaltig sind. Dies kann entweder durch die Installation einer neuen Heizung, PV Anlagen, Wassersysteme oder eine andere beliebige Form passieren. Selbstverständlich prüft bettervest bei jedem Projekt, ob die angestrebten Einsparungen realistisch sind.

Als Faustregel gilt, je höher die Einsparungen, je länger die Erfahrung des Projektinhabers und je sicherer die politische/soziale Situation am Standort des Projektes, desto „erfolgreicher“ (bzw. schneller) wird ein Projekt finanziert.

Unser Fazit: Eine Finanzierung durch Crowdfunding kann durchaus für die Hotellerie interessant sein, wenn das Projekt für die Gäste einen Mehrwert bereit hält, der Hotelier dafür leidenschaftlich werben kann und sich vorab gut auf diesen Finanzierungsprozess vorbereitet.

Quellen:

  1. http://www.ahgz.de/archiv/finanzierung-die-crowd-will-gute-gruende,200012233466.html, AHGZ-Druckausgabe Nr. 2016/35 vom 3. September 2016 von Raphaela Kwidzinski
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding
  3. http://crowdfunding-hamburg.de/
  4. http://www.crowdfunding.de/was-ist-crowdfunding/

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

Sprachauswahl mobil